Geschichte der Grazer Druckkammer

Der Amsterdamer Kongress 1963 wurde von der im Aufbau begriffenen Herzchirurgie in Graz genau verfolgt. Kurz danach nahm der damalige Assistent Dr. Gerhard Friehs Kontakt mit Ite Boerema auf. Aufgrund vieler erfolgversprechender Berichte weltweit, beschloss die Klinikleitung unter dem Vorstand Prof. Franz Spath bereits 1964, im Zuge des Neubaus des Chirurgieblocks auch eine Druckkammeranlage zu planen.
 
1965-1966 erlernte Friehs anlässlich eines Studienaufenthalts am Children´s Hospital in Boston an der Harvard Medical School nicht nur die klinische Anwendung der HBO in der pädiatrischen Cardiochirurgie, sondern befasste sich auch mit Einzelheiten der Druckkammertechnik, die er durch Hospitationen in vielen verschiedenen hyperbaren Kammern in den USA, London, Glasgow, Aberdeen, Stockholm, Würzburg, Mainz, Fürstenfeldbruck und Kiel vertiefte und erweiterte.
 
1965 gelang es nach längeren Verhandlungen mit der Firma Bethlehem in Pittsburgh, eine von Bethlehem geplante Kammer in die Lizenzerzeugung der Grazer Firma Waagner-Biró zu übergeben.
 
1968 wurde der Druckkessel bei Waagner-Biró gefertigt. Parallel dazu fanden in der später angeflanschten Schleusenkammer bereits klinische Testreihen am Werksgelände statt.

1970 wurde Prof. Julius Kraft-Kinz als neuer Vorstand der Chirurgischen Klinik berufen, und förderte die Schaffung eines Departments für Thoraxchirurgie und Hyperbare Chirurgie.

1971 erfolgte das Einsetzen der werkseitig gefertigten Druckkammeranlage in das Kellergeschoß des im Bau befindlichen Chirurgieneubaus. Anschließend wurde darüber das Gebäude hochgezogen. Die Kompressoren lieferte die britische Firma Joy-Sullivan. 1972 fand die erste klinische Kompression statt.

Letzte Aktualisierung: 06.11.2019