Spatenstichfeier Chirurgie 2020


​Chirurgievorstand o.Univ.Prof. Dr. Hans-Jörg Mischinger beim Spatenstich


Operation zukunftsorientierte Grazer Chirurgie gestartet

Für eines der größten Bauprojekte in Graz fand am Donnerstag, den 18. Juli 2013, die Spatenstichfeier statt.
Die Erweiterung und anschließende Generalsanierung des bestehenden Chirurgie-Hochhauses am Universitätsklinikum-Landeskrankenhaus Graz wird bis zur völligen Fertigstellung zwar noch 12 bis 14 Jahre dauern, für die Patientinnen und Patienten, aber auch die Bediensteten werden die Vorteile aber bereits in den Teilausbaustufen zu spüren sein.
 
Übergeordnete Ziele für das Gesamtprojekt sind die
• Schaffung von wirtschaftlichen Strukturen,
• Realisierung von Modularität, Flexibilität und Poolbildung,
• Ermöglichung prozessausgerichteter Strukturen (OP-Tagesklinik, EBA, Ambulanzen),
• begleitende Betriebsorganisation zur Effizienzsteigerung und die
• Möglichkeiten für neue Zentrumsstrukturen.
 
Die große Herausforderung: Auch während der Umbauphase werden die sechs Kliniken, und zwar die
• Universitätsklinik für Chirurgie
• Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
• Universitätsklinik für Urologie
• Universitätsklinik für Orthopädie
• Universitätsklinik für Unfallchirurgie
• Universitätsklinik für Neurochirurgie sowie die
• Klinischen Abteilungen für Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie, Herzchirurgie, Transplantationschirurgie und Plastische Chirurgie, die das Chirurgie-Hochhaus beherbergt, ihren Betrieb aufrechterhalten.
 
Die Gesamtinvestition für das Projekt „Chirurgiekomplex - Bauetappe 1" wird (Preisbasis 4/2012) rund 105 Millionen Euro betragen und umfasst das Bauwerk selbst sowie die Medizintechnik. Die Errichtung erfolgt in vier Etappen bzw. sieben Bauphasen. Baubeginn für den Rohbau ist Juli 2013. Die neuen Trakte (D-Trakt und A-Trakt) sollen im Frühjahr bzw. Herbst 2017 ihrer Bestimmung übergeben werden.
 
Die Details
In der ersten Bauetappe müssen die Ersatzflächen geschaffen werden, welche die notwendige Außerbetriebssetzung und anschließende Generalsanierung des Chirurgiehochhauses im Zuge der weiteren Bauetappen ermöglichen. Hierfür wird südlich im Anschluss des bestehenden Chirurgiehochhauses ein Zubau, der D-Trakt, errichtet sowie verschiedene Umbaumaßnahmen im Bestand (A-, B-, C-Trakt) durchgeführt.

Errichtung des D-Traktes:
Dieser unterteilt sich in ein achtgeschossiges Stationshaus und einen dreigeschossigen Funktionstrakt, sowie in drei Technikgeschosse. Im zweiten Untergeschoss und im direkten Anschluss an den Medientunnel sind die übergeordnete Infrastruktur sowie die Haustechnikzentralen des Hauses für Strom und Wasser situiert. Im ersten Obergeschoss liegen die Lüftungszentralen für die darunter liegenden Funktions- und die darüber liegenden Bettentrakte. Im Funktionstrakt befinden sich 16 Operationssäle, zwei Intensivstationen, eine Tagesklinik und Endoskopieeinheit, die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie sowie der Anschluss an den Ver- und Entsorgungstunnel des Univ. Klinikums Graz.
 
Stationshaus:
Die Stationen des achtgeschossigen Stationshauses sind dreihüftig aufgebaut. Dies wirkt sich positiv auf die täglichen Wege des Pflegepersonals aus, führt zu einer kompakten Baukörperfiguration und in Folge zu überdurchschnittlich guten bauphysikalischen Grundwerten. Nach Fertigstellung des D-Traktes übersiedeln sämtliche Pflegestationen des C-Traktes, sowie die Station der Univ. Klink für Urologie im A-Trakt in das Stationshaus des Neubaus.
Eine Standard-Pflegestation umfasst 33 Pflegebetten, diese teilen sich in sieben Vierbbettzimmer, zwei Zweibettzimmer und ein Einbettzimmer (Isolierzimmer) auf. Im Bereich des Hauptstiegenhauses befindet sich ein Seminarraum für Lehre und eine Leitstelle für den administrativen Bereich sowie die Patientenaufnahme. Der Stützpunkt hingegen ist zwecks Wegeoptimierung im Zentrum der Station angeordnet.
Da für die Umsiedlung der Stationen des C-Traktes nicht die gesamte Bettenkapazität erforderlich ist, werden die vorerst nicht benötigten Patientenzimmer bis zur Fertigstellung der zwei Bauetappe (bestehender C-Trakt) für provisorische Dienstzimmer/Verwaltungsbereiche genutzt. Im neunten Obergeschoss befindet sich die Sonderklassestation mit einer Bettenkapazität von insgesamt 20 Betten in Zweibettzimmer, welche bei Bedarf als Einbettzimmer genutzt werden. In einer Pflegestation werden Intermediatecare (IMC)-Betten untergebracht.

Zentral-OP:
Im Funktionstrakt sind in der ersten Bauetappe insgesamt 16 OPs zusammengefasst. Um die bestmögliche medizinische Nutzung zu ermöglichen werden je Geschoss folgende unterschiedliche Größen errichtet: vier Standard-OPs, zwei Erweiterte-OPs und zwei Groß-OPs. Bei der Planung und Ausführung der OP-Geschosse wird je Geschoss die Erweiterbarkeit um vier bis fünf OPs, abhängig von deren Größe, mitberücksichtigt. Diese Erweiterungsoption dient als Ersatz für das OPZ-A und OPZ-C und kommt nach dessen Schließung zur Anwendung. Beide OP-Geschosse sind über den Ver- und Entsorgungsbereich mit dem Tunnelsystem zum Versorgungszentrum verbunden, über welches auch die Sterilgutversorgung erfolgt. (Im Funktionstrakt des D-Traktes befindet sich keine eigene Sterilisation).

Im Zugangsbereich zu den OPs und im Anschluss an den Stützpunkt liegt ein über vier Geschosse reichender begrünter Lichthof über den, verstärkt durch ein Lichtleitsystem, natürliches Licht in den Zentralbereich der OPs aber auch der darunter liegenden Tagesklinik geleitet werden kann.
 
Intensivstation:
Die Intensive Care Units (ICUs) im Erdgeschoss und Tiefparterre mit jeweils zehn Betten liegen im direkten Anschluss an den OP-Bereich.
 
Tagesklinik/Endoskopie:
Im ersten Untergeschoss, mit direktem Zugang vom unteren Platzniveau, befinden sich die Tagesklinik und Endoskopie als Funktionseinheit, wobei hier durch die Grundrisslösung Synergien gehoben werden können. Dies gilt insbesondere für den gemeinsamen Empfang und die gemeinsame Überwachung von endoskopischen und tagesklinischen Patienten nach dem Eingriff.
 
Ver- und Entsorgung:
Die Ver- und Entsorgung des gesamten Gebäudes erfolgt ausnahmslos über das U-Gang-System im ersten Untergeschoss, wobei sämtliche OPs über eine eigene Liftgruppe angefahren werden. Zusätzlich zur Mittelliftgruppe zwischen D-Trakt und Chirurgiehochhaus, welche langfristig auf insgesamt sechs Lifte erweitert wird, erfolgt auch die Errichtung eines Feuerwehrliftes. Dieser ist für Rettungseinsätze direkt von außen erforderlich, dient aber darüber hinaus auch als Verbindung zwischen den Stationen und der Endoskopie im ersten Untergeschoss.
 
A-Trakt:
Die im A-Trakt frei werdenden Flächen (Station und OP der Univ. Klinik für Urologie, septische ICU, OP der Univ. Klinik für Unfallchirurgie) werden für Dienstzimmer bzw. Bereitschaftsdienstzimmer sowie Verwaltungsflächen und zu einem späteren Zeitpunkt Teile davon für Forschung und Lehre adaptiert. Die Belegung erfolgt teils endgültig und teils provisorisch.
Die Physiotherapieräume des C-Trakts finden provisorisch in den ehemaligen Unfallchirurgie-OPs Platz. Weitere freiwerdende untergeordnete Flächen im A-Trakt stehen für Lagerflächen zur Verfügung.
 
Mag. Kristina Edlinger-Ploder, Landesrätin für Gesundheit:
„Wir bauen hier für die Zukunft der medizinischen Versorgung in der Steiermark. Wir tun es für die Menschen, die hier behandelt werden und für die Beschäftigten, die die bestmöglichen Bedingungen vorfinden werden, um exzellente Medizin anbieten zu können. Dabei gilt immer das Prinzip der Sparsamkeit, die aber den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten entgegenkommt. Die Wege werden kürzer, der tagesklinische Bereich wird ausgebaut."
 
Univ.-Prof. Dr. KH. Tscheliessnigg, KAGes-Vorstandsvorsitzender:
„Als Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie habe ich mich für dieses Projekt viele Jahre hindurch eingesetzt und ich bin glücklich, als KAGes-Vorstandsvorsitzender nun bei der Grundsteinlegung dabei sein zu können. Es entsteht hier ein Krankenhauskomplex nach den modernsten Anforderungen der Medizin. Unsere Patientinnen und Patienten werden angenehmere Krankenzimmer vorfinden, die zu einer beschleunigten Heilung beitragen. Das Zusammenspiel zwischen Aufnahme, Tagesklinik, Ambulanzen und stationärem Bereich wird wesentlich erleichtert. Das trägt zur Qualität und zur Effizienz bei. Auch die Ausbildungsmöglichkeiten werden entscheidend verbessert.
 
Dipl.-KHBW Ernst Fartek, MBA, KAGes-Vorstand für Finanzen und Technik:
„Wir investieren in die medizinische Qualität und in die Wirtschaftlichkeit. Dabei sind wir durch modulare und flexible Strukturen auch auf die künftigen Entwicklungen der Medizin in diesem Bereich vorbereitet. Aus wirtschaftlicher Sicht ist mir die begleitende Kontrolle durch den Landesrechnungshof wichtig. Die Bauzeit ist natürlich für alle eine besondere Herausforderung. Ich danke unseren Mitarbeitern schon jetzt für ihre Geduld und ihr Engagement - aber der Einsatz wird sich lohnen."

 © DI Markus Pernthaler Architekt ZT GmbH

 

Letzte Aktualisierung: 25.06.2014