Weltpremiere - Kunstherz für gehörlosen Patienten

Als erster gehörloser Patient weltweit lebt Herr Leitgeb seit einem Jahr mit einem Kunstherz. Möglich macht dies ein am LKH-Univ. Klinikum Graz erprobtes technologisches Konzept, das per Vibration bzw. optischem Signal Alarm gibt, wenn z. B. die Batterie zu tauschen ist. Normalerweise passiert das mittels Piepton.

Hinter der Entwicklung steht das Kunstherzteam der Klinischen Abteilung für Herzchirurgie der Univ.-Klinik für Chirurgie unter der Leitung von Priv.Doz.Dr. Sotirios Spiliopoulos.

 Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung des LKH Universitätsklinikum Graz.

 

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(v. .li.): Priv. Doz. Dr. Sotirios Spiliopoulos, Chirurg an der Klinischen Abteilung für Herzchirurgie der Univ.-Klinik für Chirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz, das Ehepaar Leitgeb und ihr Sohn

 
Bildnachweis: Simon Möstl/LKH-Univ. Klinikum Graz
 

Zahlen, Fakten, Daten:
An der Klinischen Abteilung für Herzchirurgie der Univ.-Klinik für Chirurgie des LKH-Univ. Klinikum Graz unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Otto Dapunt wird diese Art des Kunstherzes jährlich etwa zehnmal implantiert, wobei die Zahl ständig steigt. Die Patienten gewinnen durch die technische Unterstützung über viele Jahre massiv an Lebensqualität. Die Systeme funktionieren mehr als zehn Jahre lang reibungslos.
 
Dafür setzen sich die Mitglieder des Kunstherzteams – darunter Priv. Doz. Dr. Sotirios Spiliopoulos, Leiter des Kunstherzprogramms, und Assistenzärztin Dr. Vera Hergesell – unermüdlich ein.
 
Die technisch richtige Bezeichnung für das bei Herrn Leitgeb verwendete System ist „HeartMate 3-LVAD“ (Linksventrikuläres Unterstützungssystem). Es ist das derzeit modernste und häufigste System seiner Art auf dem Markt und wird in die linke
Herzkammer implantiert. Von dort aus pumpt es das Blut in die Hauptschlagader. Das Herz des Patienten bleibt erhalten.
 
Im Gegensatz zum „Total artificial heart (TAH)“, dem totalen Kunstherz, bei dem das menschliche Herz komplett herausgenommen wird. Während ein Kunstherz bei jüngeren Patienten meist implantiert wird, um die Wartezeit auf ein Spenderherz zu überbrücken, wird es älteren Patienten oft eingesetzt, um ihnen die Strapazen einer Organtransplantation plus der anschließenden immunsuppressiven Therapie zu ersparen. Letztere ist nach einer Transplantation notwendig, damit das eigene Immunsystem das neue Organ nicht abstößt.
 
 
Letzte Aktualisierung: 21.09.2018