Riesengroßer Tumor erfolgreich entfernt

Einem Obersteirer wurde an der Univ.-Klinik für Chirurgie des Klinikum Graz ein elf Kilogramm schwerer Tumor aus dem Bauchraum entfernt. Da das Liposarkom bereits mehrere Organe angegriffen hatte, mussten u. a. eine Niere sowie Teile der Leber entfernt werden. Der Patient ist wohlauf.

Begonnen hat alles mit einem ganz normalen Husten, der um die Weihnachtszeit aufgetreten war. „Und weil ich ihn zu Ostern immer noch gehabt hab‘, bin ich zum Arzt gegangen“, erzählt Siegmund Funkl knapp zwei Wochen nachdem ihm ein elf Kilogramm schwerer Tumor entfernt worden ist. Der Hausarzt habe ihn dann zum Internisten und der wiederum ans LKH-Leoben überwiesen. „Dort haben’s dann den Tumor entdeckt. Bei so einer Diagnose schaust echt einmal, kann ich Ihnen sagen“, fährt der Obersteirer fort und schüttelt heute noch den Kopf, wenn er an die damalige Hiobsbotschaft denkt. Die Leobner haben ihn dann ans Klinikum Graz geschickt, da derartige Eingriffe nur hier gemacht werden. Ab dann ging’s Schlag auf Schlag: Eine Biopsie wies das Gewebe als Weichteiltumor aus, dessen Behandlung wurde im Tumorboard des Klinikum diskutiert. „Das ist ein Gremium, in dem Experten aus verschiedenen medizinischen Disziplinen zusammenkommen, um die für den jeweiligen Patienten bestmögliche Therapie zu besprechen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Hans-Jörg Mischinger, Vorstand der Univ.-Klinik für Chirurgie.

Komplettentfernung als einzige Therapie
In Herrn Funkls Fall habe sich die Komplettentfernung des Tumors als einzig wirksame Behandlung herauskristallisiert. Eine Chemotherapie hätte den gewünschten Erfolg nicht gebracht. Dennoch: Der komplexe Eingriff war durchaus riskant. „Man hat mich aber darüber aufgeklärt, ihn deshalb aber nicht machen zu lassen, ist für mich nie infrage gekommen“, sagt der Patient. Der erfahrene Chirurg Univ.-Prof. Dr. Peter Kornprat nahm in der Folge die Herausforderung an und entfernte den Tumor am 26. Juni 2018 in einer vierstündigen Operation.
„Bei Herrn Funkls Tumor handelt es sich um ein Liposarkom, d. h. eine Unterart der Weichteiltumore, die im Fettgewebe entsteht. Liposarkome sind extrem selten, wir haben etwa einen Fall pro Jahr, sie sind allerdings sehr aggressiv und infiltrieren die Organe“, erklärt Kornprat. Bei seinem Patienten seien Gallenblase, Leber, Niere und Nebenniere (auf der rechten Seite) sowie die untere Hohlvene betroffen gewesen. „Daher mussten wir vieles mitentfernen: Gallenblase, Niere, Nebenniere und die untere Hohlvene wurden ganz herausgenommen, auch Teile der Leber haben wir herausgeschnitten“, erklärt er. Direkt im Anschluss an den Eingriff sei der Bereich noch im Operationssaal bestrahlt worden. „In unseren neuen OPs steht uns diese Technologie zur Verfügung. Eine tolle Sache“, sagt der Chirurg.
 
Herr Funkl ist heute tumorfrei. Auch Husten hat er keinen mehr. Dieser war, salopp formuliert, einfach deshalb entstanden, weil die anderen Organe dem Tumor Platz machen mussten. Auch dem Lungenbereich nahm er sprichwörtlich die Luft zum Atmen.
 
Bleibt die Frage, warum Herr Funkl von der Gewichtszunahme nichts mitbekam – immerhin hatte der Tumor elf Kilogramm gewogen? „Naja, wissen’S eh, im Winter legt man immer a bisserl zu. Und einen kleinen Bauch hab ich immer gehabt. Da ist mir das nicht so aufgefallen“, sagt der Patient, der nach wie vor darüber staunt, dass er einen derart großen Tumor in sich getragen hat.
 
 
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(v. li. stehend): Univ.-Prof. Dr. Hans-Jörg Mischinger, Vorstand der Univ.-Klinik für Chirurgie, OA Dr. Wolfgang Sturm, Klin. Abteilung für Allgemeine Anästhesiologie, Notfall- und Intensivmedizin, OA Univ.-Prof. Dr. Peter Kornprat, Klin. Abteilung für Allgemeinchirurgie, Univ.-Prof. DDr. Philipp Metznitz, Leiter der Klin. Abt. für Allgemeine Anästhesiologie, Notfall- und Intensivmedizin
 
Sitzend: Patient Herr Funkl. „Ich bin auch meiner Familie überaus dankbar, dass sie mich so toll unterstützt hat.“
 
Bildvermerk: LKH-Univ. Klinikum Graz, Fotolabor Chirurgie
 
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Der Tumor hatte elf Kilogramm und befand sich im Bauchraum des Patienten.

Bildvermerk: LKH-Univ. Klinikum Graz

 

Letzte Aktualisierung: 30.07.2018